Fleisch

Ente

Geräucherte Ente („Bebek Tetutu“)
Ein echtes kulinarisches Highlight war die „Geräucherte Ente“. Auf dieses Gericht sind wir eigentlich durch Zufall gestoßen: Wir hatten unseren lokalen Fahrer auf Bali Ngurah gefragt, was man denn als typisch bzw. als besonderes Erlebnis essen müßte. Er erzählte uns von der geräucherten Ente, die am besten in dem Restaurant „Dirty Duck“ in Ubud zubereitet wird. Er war übrigens 5 Jahre in dem Restaurant Kellner, bevor er Fahrer geworden ist.
Dirty Duck
Allerdings muss man diese geräucherte Ente 24 Stunden vorher vorbestellen, was wir dann auch taten. Die Ente wird mehrere Stunden mit Gewürzen geräuchert und war danach butterzart. Das Fleisch war unglaublich wohlschmeckend und zerfloss auf der Zunge.
Ente     Ente 

Gebratene Ente („Calokok Bebek“)
In Sanur, am vorletzten Tag unseres Bali-Aufenthaltes, fanden wir zum Mittagessen während einer kleineren Radtour rund um Sanur ein balinesisches Restaurant und dort gab es gebratene Ente. Auch sie war unglaublich gut. Offensichtlich war die Ente gar gekocht worden, ausgekühlt und dann nochmals frittiert. Das Fleisch war gleichzeitig knackig knusprig und sehr zart. Die Ente hatte im Unterschied zu unseren Enten keine wahrnehmbare Fettschicht mehr unter der Haut, sondern war sehr mager. Das sah man im Übrigen auch den lebenden Enten an, die wir oft gesehen haben, wenn sie von einem Bauern über bzw. in die Reisfelder getrieben wurden. Ein Rezept habe ich in meinen neuen Kochbüchern gefunden.
Gebratene Ente

Hundefleisch
Auf dem Weg zurück vom Toba-See nach Berestagi/Medan erzählte unser Fahrer Ismail, dass die Zeichen „B1“ auf den Schildern von einigen Restaurants bedeuten, dass dort Hundefleisch serviert wird. Zuerst wollten wir es gar nicht glauben, aber es gibt offensichtlich ethnische Minderheiten, die Hundefleisch essen. Dazu zählen die Minahasa, eine ethnische Gruppe aus Nord-Sulawesi und eben die Bataks aus Nord-Sumatra. Die Bataks sind keine Muslime, denn Muslime essen nicht nur kein Schweinefleisch sondern eben auch kein Hundefleisch. Hundefleisch ist für die Batak ein Festessen und wird vor allem bei Hochzeiten und zu Weihnachten serviert. „B1“ ist übrigens der Name eines speziellen Gerichtes aus Hundefleisch. Weiter populäre Gerichte sind „rica-rica“, auch als „RW“ oder „rintek wuuk“ bezeichnet, sowie „rica-rica-waung“ und „guk-guk“. Auch auf Java gibt es lokal einige Gerichte aus Hundefleisch wie „sengsu“ (tengseng asu),“ sate jaum“ oder „kamping balap“. Insgesamt hat Hund eine sehr untergeordnete Bedeutung, denn die überwiegende Mehrzahl der Indonesier sind Muslime (siehe auch Wikipedia).

Anekdote am Rande: Zurzeit (Ende April 2012) rauscht es im elektronischen Blätterwald der USA wegen diesen Themas (z.B. in der Huffington Post). Dem konservativen Präsidentschaftskandidat Mitt Romney wurde Tierquälerei vorgeworfen, da er 1983 (!) während einer 12-stündigen Autofahrt seinen Irish Setter-Hund auf dem Autodach festgebunden hatte. Daraufhin konterte er, dass Präsident Barack Obama in seiner Kindheit in Indonesien Hundefleisch gegessen hat, wie er in seiner Autobiographie “Dreams From My Father“ geschrieben hat. Allerdings war Obama damals zwischen 6 und 9 Jahre alt und das Essen bekam er von seinem indonesischen Stiefvater …

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