Brote
(Roti – Nepali, Mari – Newari)

In Nepal wird Brot aus den Mehlen von Weizen, Reis, Mais, Hirse, Buchweizen (phaphar), Sojabohnen (bhatmash) und Hülsenfrüchten gemacht. Die verschiedenen Brote werden zu Gemüse, Hülsenfrüchten oder Fleisch gegessen. Nur zu Fischgerichten wird im allgemeinen kein Brot verzehrt. Nepalis, die in den Bergen leben, essen nicht jeden Tag Brot. Die im Flachland des Terai lebenden Nepalis essen Brot zu Reisgerichten oder auch als Snack oder zum Frühstück. Auch in den Gebieten, wo Weizen angebaut wird, ist man täglich Brot.

Fladenbrote (Chapatti/Phulka) werden aus Weizenmehl gemacht. Maisbrot (Makkai ko roti) wird im Terai sehr gern gegessen, wo auch der Mais in großen Mengen angebaut wird. Aber auch im Hügelland Nepals wird Maisbrot gegessen.

Parotha sind spezielle Fladenbrote, die insbesondere zu besonderen Gelegenheiten wie Festivals zubereitet werden. Im Katmandu-Tal ist das das Janai Purnima Fest und Gaijatra wo es zu Frühstück oder als Snack gegessen wird. Mit Kartoffeln gefüllte Parothas (Alu parotha) werden vor allem im Terai zubereitet.

Gebratenes weiches Brot (puri) wird aus Weizen- oder Reismehl zubereitet. Insbesondere zu Hochzeiten oder anderen Feierlichkeiten wird es mit Gemüse oder auch mit Fleisch gegessen. Auch die mit Kartoffeln gefüllten Puris (Alu puri) werden vor allem zu solchen Gelegenheiten verspeist, insbesondere an solchen Tagen, wenn aus religiösen Gründen das Essen von Reis verboten ist.

Eine weitere Brotsorte, die zu Festlichkeiten, z.B. zu Chatth, gebacken wird, sind mit Hülsenfrüchten gefüllte Brote (Kachori). Die Sherpas bereiten dicke, mit Kartoffelbrei gefüllte Brote (Alu roti) zu. Mittlerweile ist die Kartoffel sowieso nach dem Reis zum zweitliebsten Nahrungsmittel in Nepal geworden.

Gefüllte Klöße

(Yomari – Newari) 

Yomari ist ein muschelförmiges Brot aus Reismehl und mit Zucker und gemahlenen Sesamkörner gefüllt. Dieses Brot wird insbesondere von den Newaris am Yomari Punhi Tag, der Vollmondtag im Dezember/Januar gebacken. Die Form des Brotes ähnelt der einer Feigenart, die in Newari ebenfalls Yomari heisst. An diesem Tag ziehen auch Kinder und Bettler von Tür zu Tür durch die Dörfer, singen traditionelle Gesänge und bitten um Yomari Spenden.
Auch die Festlichkeiten zu Ehren von Lakshmi werden mit Spenden dieser Reisbrote begleitet, allerdings ist es dann ein 2…3 Kg schweres Exemplar.

Um die Götter um eine gute Ernte zu bitten, wird ein Yomari in den Getreidespeicher gegebn und nach vier Tagen wieder entnommen. Dann wird das Brot in kleinere Teile geteilt und von den Familienmitgliedern verspeist.

Eine andere Gelegenheit zu der Yomaris gebacken werden, sind Kindergeburtstage. Jeweils an den gerade Geburtstagen bis zum 12.Geburtstag werden Yomaris gebacken und dann in einer Art Rosenkranz mit der jeweiligen Anzahl entsprechend des Geburtstages und dem Geburtstagskind um den Hals gehängt. Diese Yomaris werden dann an andere Leute verteilt, in der Hoffnung, dass dieser Schritt die Kinder vor Sünden und Übel schützt.

Eine weitere Brotsorte ist gedämpftes Brot (Lukan Mari – Newari). Es wird aus Vollkornweizenmehl hergestellt und hat die Form kleiner Bälle von 3…5 cm Durchmesser , die mit dem Daumen im Zentrum flach gedrückt werden. Loncha mari ist eine andere Sorte gedämpftes Brot, welches die Newaris zu Feierlichkeiten herstellen. Manchmal wird dieses Brot in den Dämpfen gebacken, die beim Brauen des Reisbieres Jaand entstehen.

Dünne, runde Reisfladen Chata Mari werden ebenfalls zu Feierlichkeiten, insbesondere zu Diwali oder Degupuja gebacken.

Kera Mari sind Brote, die aus zerstampften Bananen und Weizenmehl hergestellt und gebraten werden. Swari sind flache ausgebackene Brote aus hellem Mehl, die mit halwa gewürzt werden. Die Sherpas in Nepal bereiten ein mit Fleisch gefülltes flaches, rundes Brot (Sha Bakeep)zu, ähnlich den Momos der Tibeter. Es wird in Öl ausgebacken.

Eine beliebte Speise für die hart arbeitenden Menschen in Nepal ist Dhido (auch Dhedo), eine Art Porridge, die sehr gehaltvoll und mächtig ist. Dazu wird Mehl (Buchweizen, Hirse, Mais, Weizen) mit Wasser und Butter (Ghee) zu einem dicken Brei gekocht. Diese Mischung wird mit getrockneten und gerösteten Gemüsen und gundruk gegessen.

Sattu ist ein beliebtes traditionelles Fastfood, welches aus gemahlenen und gerösteten Hülsenfrüchten (Bohnen) besteht und wird besonders im Terai gegessen. Manchmal werden auch andere geröstete Mehlsorten mit dazu gegeben, z.B. von Weizen, Gerste. Sattu wird einfach mit Wasser zu einem halb-trockenem Brei gemischt, dann einfach mit Salz gewürzt und mit der Hand zum Frühstück oder auch während einer Reise gegessen. Man kann auch mehr Wasser nehmen und es trinken oder das Salz durch Zucker ersetzen. Einige lieben es sogar mit Zitronensaft. Sattu soll gesund sein und vor allem für Genesende verträglich sein

Tsampa – der berühmte Gerstenbrei der Tibeter – wird auch von den Sherpas in Nepal gemacht. Dazu wird das Mehl mit Buttertee gemischt und gegessen. Aufgrund seines hohen Energiegehaltes ist es eine hervorragende Nahrung beim Trekking.

Mittlerweile gibt es auch Toastbrot bzw. Weißbrot in Scheiben (Pau roti), die meist zu Mittag gegessen werden.