Fleisch
(Masu) 

Obwohl die meisten Nepalesen gern Fleisch essen, können es sich die wenigsten regelmäßig leisten. Die Dorfbewohner in den Bergen essen nur an zwei Feiertagen im Jahr Fleisch, zu Chaitra Dashain (März/April) und zu Bada Dashain ( September/Oktober). Frisches Fleisch wird vor dem Verkauf mit Kurkuma eingerieben, welches eine große antiseptische Wirkung hat.

Zu den Einschränkungen aus religiösen Gründen siehe hier

Büffelfleisch

Das Fleisch der Wasserbüffel wird von verschiedenen ethnischen Gruppen Nepals gern gegessen. Allerdings muß es weich gemacht werden, z.B. durch Marinieren, Klopfen, durch zerkleinern, durch mechanischen Druck usw. Bekannte Gerichte der Newaris aus Büffelfleisch sind kachila, sekuwa und chhewela. Einige ethnische Gruppen essen auch geschmortes Büffelfleisch (Bhuteko Rangako Masu).

Ziegenfleisch

Fleischstand in Kathmandu:

Aus Ziegenfleisch wird meist ein Curry (Khasiko Masu) zubereitet. Aber auch gebraten (Bhutuwa – Nepali, Siyaalaa – Newari)wird es gern gegessen. Dazu wird Brot oder Reis gereicht. Die Newaris essen aber auch Innereien wie Leber, Lunge, Herz. Dazu wird meist ein starker Schnaps getrunken.

Zu bestimmten Festen wird das Fleisch auch gekocht (Chhewelha – Newari). Sogar eine Art Sülze (Thal Thale masu/Takha) wird von den Newaris in großen Mengen zu Hochzeiten oder großen Festen zubereitet.

Die Nepalesen essen auch geronnenes Blut (Ragti), das mit Salz, Knoblauch, Ingwer, Kreuzkümmel, Pfeffer, Chili und Kurkuma gewürzt und zu einer Paste verarbeitet wird. Manchmal wird es auch nur mit Zwiebeln gebraten.

Schweinefleisch

Gekochtes (Usineko Benelko Masu) und gebratenes Schweinefleisch (Tareko Baleko Masu) wird von den Kathris (einer ethnischen Gruppe) und anderen Gruppen gegessen. Meist wird es mit Zwiebel und Koriandergrün zubereitet. Die Gewürzpulver werden erst dem gebratenen Fleisch zugegeben. Schweinefleischcurry (Banelko Jho Masu) wird zusammen mit Reis oder einem gebratenen Gemüsegericht serviert. Einige ethnische Gruppen essen Schweinefleisch-Adobe, d.h. sonnengetrocknetes Schweinefleisch (Banelko sukuti). Beliebt bei den Kathris ist auch Widschweinfleisch (Banelko Masuko Tukra), dass gewürfelt, gebraten und mit Zitronensaft besprenkelt und mit Koriandergrün garniert wird. Die Newaries lieben gedämpfte Klöße (Mamacha/Momo) mit einer Füllung aus Büffelfleisch oder auch anderen Fleisch. Man kann die Bällchen so essen, sie aber auch in eine Suppe geben, die aus beliebigen Fleischresten gekocht wurde. Die Mamacha oder Momos wurden mit der Aufnahme von tibetischen Flüchtlingen in den frühen 60er Jahre des 20.Jh populär, denn sie sind eigentliche ein tibetisches Gericht. Mittlerweile gibt es die Momos auch in vielen Restaurants von Kathmandu. Auch einige Brahmanen oder Chetris, die sonst keine Büffelfleisch essen dürfen, nutzen die Gelegenheit, um in diesen Restaurants Momos mit Büffelfleisch zu essen.

Die Sherpas bevorzugen Yakfleisch. Büffelfleisch und Schweinefleisch wird überwiegend aus religiösen Gründen abgelehnt. Der  Fleischgenuß ist zudem an bestimmten Tagen des tibetischen Kalenders verboten.

Die Sherpas bereiten das Fleisch auf verschiedenste Weise zu: als Fleischklößchen, gebratenes Fleisch, Nudeln mit Fleisch, getrocknetes Fleisch, gekocht, geschmort oder auch die Fermentierung aufbereitetes Fleisch. Besonders beliebt ist getrocknetes Yak-Fleisch da es sich sehr lange hält. Dazu wird das Fleisch in lange Streifen geschnitten, mit Salzwasser besprenkelt und dann getrocknet.

Geflügel
(Kukhura)

Auf der einen Seite wird Geflügel von einigen ethnischen Gruppen nicht gegessen (siehe hier), auf der anderen Seite spielt es in anderen Gruppen eine wichtige Rolle bei religiösen Zeremonien. Bei der Hochzeits-Zeremonie der Limbus beginnt der Priester (Fedangma) aus den heiligen Versen (Mundham) zu rezitieren. Nur wenn dann dabei auch ein Huhn getötet wird und das Blut auf ein Bananenblatt tropft, ist die Hochzeit endgültig vollzogen. Bei den Tamangs ist es Brauch, dass der Bräutigam zur Festlegung des Hochzeitsdatums den Wächtern der zukünftigen Braut zwei Hähne übergibt. Gleiche wird am 5ten Tag nach der Hochzeit zusätzlich mit anderen Speisen wiederholt. Wenn die Frau ein Kind geboren hat, muß der Mann der Schwiegermutter ebenfalls einen Hahn und andere Nahrungsmittel schenken. Auch bei den Chepangs hat das Opfern eines Huhnes Bedeutung: Wenn die Hochzeitsgesellschaft das Haus der Braut erreicht hat, wird ein Huhn zu Ehren des Brautpaares geopfert. Bei den Rais wird am Folgetag der Hochzeit, wenn das Brautpaar wieder in das Haus des Bräutigams zieht und dort Platz nimmt, ein Hahn und eine Henne geopfert.  Diese Zeremonie wird henghuwa genannt.  Wenn dabei das Blut des Hahns nicht herausspritzt, heißt dies für den Bräutigam nichts gutes. Gleiches gilt für die Braut, wenn die Henne nicht in gleicher Art Blut verspritzt. Bluten beide Tiere nicht richtig, heißt dass nach altem Glauben, dass die Ehe ohne Kinder bleiben wird.

Die Hühner werden zu Fuß auch in entlegene Dörfer gebracht:

Hähnchen werden im als Hähnchen-Curry oder gebraten gegessen. Das Hähnchencurry wird mit wenig Flüssigkeit und Tomaten anstelle von Sahne zubereitet. Bei einer Hochzeit werden gebratene Innereien zusammen mit Drinks gereicht (Kukhurako bhutuwa). Besonders bei den Newaris ist dies ein beliebtes Gericht.

Bei den muslimischen Gruppen des Terai ist gegrilltes Geflügel sehr verbreitet. Es wird vollständig ohne Soße zubereitet. Aber auch Hähnchen-Kebabs (Hähnchen-Spieße) werden oft zubereitet.

Ente
(Hass

Enten werden in Nepal selten gegessen, weil es als nicht schmackhaft eingeschätzt wird. Wenn, dann wird die Ente ebenfalls als Enten-Curry (Hassko Masuko Tarkari) zubereitetoder im Ganzen gegrillt (Hassko Sekuwa).
Männliche Enten und auch Enteneier werden zu bestimmten religiösen Festen geopfert.