Tee und Kaffee
(Chiya und Coffee

Tee ist als Getränk in allen Gegenden Nepals, in den Dörfern ebenso wie in den Städten,  gegenwärtig und wird normalerweise mit Zucker und Milch getrunken. Die Nepalesen lieben starken Tee und trinken durchschnittlich 5 … 6 Tassen/Tag. Verwendet werden spezielle Teemischungen, die dem Tee sowohl Farbe als auch Duft geben sollen.  


Auch wir haben überall eine Tasse Tee mit frischer Minze bekommen

In den Bergen trinken vor allem die Sherpas sehr gern Buttertee. Er wird selbst hergestellt oder wird in kompakter Form aus Tibet importiert. Dazu wird Tee mit Butter und Salz verknetet und in kompakte Stücke geformt. Normalweise werden die Teeblätter aufgekocht und wenn der Tee Farbe angenommen hat, wird er durch ein Sieb in ein Bambusgefäß (Dhongmo) gegossen. Dann kommt Butter, Milch und Salz dazu und alles wird mit einem hölzernen Stampfer vermischt. Zucker wird für Buttertee nicht verwendet. Manchmal wird Soda zugegeben um die Farbe und den Geschmack zu verbessern. In Nepal haben wir keinen Buttertee bekommen aber in Bhutan.

Die Nepalesen im Terai trinken weniger Tee, sondern mehr Milch und Fruchtsäfte.  

In die Mode gekommen ist der Genuß von Jasmin-Tee und grünen Tee. Auch ayurvedische Tees werden zunehmend beliebt. Sehr populär ist der Guduchi Ayurvedic Herbal Tea, der aus 85 % Guduchi (bot. Tinospora cordifolia) und 15% Zitronengras (bot. Cymbopogon flexuosus) hergestellt wird. 

Manchmal wird der Tee auch mit Ingwer, schwarzem Pfeffer oder Indischem Basilikum (bot. Ocimum sanctum) gewürzt.  

In den Dörfen werden als Tee-Ersatz die getrockneten Blätter und Blüten des Öltee-Baumes (bot. Camellia drupifera, C. oleifera) engl. Ilam Tea getrunken.  

Kaffee

Die Beliebtheit von Kaffee steigt nur langsam, da er für die Nepalesen teuer ist. Er wird als Nescafe vor allem aus Indien importiert. Insbesondere die gut Betuchten und Gebildeten trinken Kaffee, aber auch die Jugend in den Städten findet zunehmend Gefallen daran.  

Alkoholische Getränke
Besonders typisch für Nepal sind die folgenden alkoholischen Getränke, die insbesondere bei großen Festen ausgiebig genossen werden:
    a) Reisbier oder Jaand / Jard,
   
b) Chhang bzw. Tonbga, ein Getränk aus fermentierten Reis oder Hirse sowie
    c) Rakshi (ein Branntwein) 

Die Methoden zur Herstellung von Reisbier (jaand) und Chhang sind fast dieselben. Beide werden zu Hause in den Wohnungen gebraut. In einem großen Behältnis von 5…10 Litern Inhalt werden etwa 2 kg Hirse mehrere Stunden gekocht. Man kann auch halb Reis und halb Hirse nehmen. Die Hirse quillt sehr stark auf, daher muss man rechtzeitig Wasser zugeben, bevor die Masse am Boden anbrennt. Zum Schluss kommt Hefe und Zitronensaft dazu und dann beginnt die Gärung. Die Gärung dauert mehrere Wochen. Um das Getränk alkoholhaltiger zu machen kann auch Roh-Zucker (shakkar) zugesetzt werden. Abschließend wird das fertige Getränk durch ein sauberes Tuch abgegossen. Dieses Getränk wird von den Sherpas Chhang genannt und ist bei den Sherpas, Thakalis und anderen Etnien beliebt. 

Reisbier wird vor allem in Kathmandu und im Kathmandu-Tal von den Newaris hergestellt. Jede ethnische Gruppe hat eigene Rezepte zur Herstellung von Reisbier. Auf jeden Fall braucht men zur Herstllung von Reisbier keine speziellen Gerätschaften. Das Reisbier der Newaris ist klar und weißlich. Manchmal ist aber auch milchig. Reisbier ist vor allem bei den Bauern beliebt. Das Brauen dauert nur 4 Tage. Lasst man das Bier länger stehen wird es ab dem 6ten Tag zunehmend bitter. Manche Bauern trinken auch eine Mischung aus der Flüssigkeit und den festen Stoffen, die sich abgesetzt haben (Bhyabar), die stark berauschend wirken.

Zur Zubereitung von Reisbier werden etwa 8 Tassen Reis mit Gärungsmitteln versetzt:

Der Reis wird gekocht und dann zum Auskühlen in einem Korb (Nanglo) ausgebreitet. Im Sommer sollte die Mischung vollständig auskühlen, im Winter kann sie noch etwas warm bleiben. Das Marcha wird in kleine Stücke gebrochen und mit dem Reis vermischt. Die Mischung 24 Stunden an einem warmen Platz stehen lassen. Am nächsten Tag riecht der Reis schon gut. Jetzt wird die Mischung in ein schwarzes Tongefäß gegeben und die gleiche Menge Wasser zugefügt. In vier bis fünf Stunden zieht das Wasser die Essenzen aus dem Reis und ist dann das jaand fertig. 

Chhang (Bhote) oder Tongba (tibetisch) 

Der Name Tongba war eigentlich der Name des Behälters, in denen das alkoholische Getränk reift. Es wird aus Reis, Weizen, Mais und Finger-Hirse (kodo, ragi, madua) (bot. Eleusine coracana) hergestellt. Im Nord-Osten von Nepal werden auch Süßkartoffeln zur Herstellung von Chhang benutzt, da dort keine Körnerfrüchte angebaut werden.

Chhang ist ein sehr populäres Getränk in Nepal. Die Verfahren zur Herstellung unterscheiden sich von Familie zu Familie und von Ort zu Ort. Die verbreitetste Art , die von den ethnischen Gruppen der Rais, Limbis, Gurungs, Magars, Thakalis Bhotiyas und Tharus angewendet wird ist wie folgt. Die Basiszutat für Chhang ist die Hirse (Kodo). Zuerst wird die Hirse in einem großen Kupferkessel (Taulo) gekocht. Die gekochte Hirse wird dann auf einer Matte (mandro) ausgebreitet und kühlt ein paar Stunden ab. Wenn sie ausreichend kühl ist wird das Marcha (ein Gärungsmittel) untergemischt, welches vorher zerkleinert und gemahlen wurde . Die Menge des Gärungsmittels hängt u.a. davon ab, wie stark das Getränk werden soll. Im Allgemeinen gilt das Verhältnis 4 Teile Hirse zu 1 Teil Marcha. Danach wird das Ganze in ein mit Bananenblättern ausgelegtes Bambusgefäß (thumse) gegeben. Es wird aus schmalen Bambusstreifen in Form eines Korbes (doko) geflochten. Abschließned wird der Korb wieder mit Bananenblättern zugedeckt. An einem warmen Platz beginn dann die Fermentation. Dies dauert im Sommer normalerweise 3..4 Tage und im Winter 5…6 Tage. Dabei tritt Schaum aus den Ritzen des Korbes aus. Die Masse weicht auf und wird halb-flüssig. Ist die Gärung ausreichend durchlaufen, wird die Masse in einen sauberen und trockenen Tontopf (ghainto) gefüllt. Der Topf muss luftdicht verschlossen werden, sonst verdirbt die Masse. Wie lang die Masse in dem Tontopf bleiben muss, hängt von der gewünschten Stärke des Getränkes ab. Für ein nicht so starkes Getränk sind es im Sommer 8…10 Tage und im Winter 10..15 Tage. Im Extremfall dauert es bis zu 6 Monaten. Starkes Tongba schmeckt bitterlich, während nicht so starkes eher süßlich schmeckt. Wenn die Gärung beendet ist, wird die Masse für ein paar Stunden in Wasser eingeweicht. Normalerweise ist das Verhältnis Wasser zu tongba 3 : 1, hängt aber auch wieder von der gewünschten Konzentration ab. Danach wird die Flüssigkeit durch ein feines Sieb (chalni) gegeben, um die trinkbare Flüssigkeit von der festen Masse zu trennen. Getrunken wird tongba schließlich durch einen Bambus-Strohhalm.

Unverzichtbar ist tongba vor allem bei Hochzeiten. Bei einigen ethnischen Gruppen bringt die Familie des Bräutigams der Familie der Braut tongba-Behälter mit, die dann mit tongba der Braut-Familie getauscht werden. Erst dadurch ist die Hochzeit vollzogen. 

Raksi 

Raksi ist ein selbst gebrannter, klarer Schnaps. Es wird aus einer fermentierten Mischung von Reis, Hirse und Gerste gebrannt. Als Gärungsmittel wird der Edelschimmel Koji (s.o.) verwendet. Der beste Raksi wird aus Hirse hergestellt. Die Qualität und der Geschmack schwanken stark. In manchen größeren Destillerien wird auch Melasse als Grundstoff verwendet. 

Bier 

Es gibt in Nepal einige Brauerein, die sowohl lokale Biere brauen oder auch internationale Marken unter Lizenz herstellen, wie Tuborg, San Miguel, Carlsberg etc. . Die wichtigste Sorte ist das „Iceberg“-Bier.  

         


  

Soft-Drinks 

Auch die internationalen Soft-Drinks wie Coca-Cola, Pepsi, Fanta uns Sprite sind mittlerweile in Nepal allgegenwärtig. Beliebt sind aber auch einheimische Soft-Drinks wie Frooti, der vor allem aus Mango hergestellt wird. Aber auch Sorten aus Orangen oder Ananas gibt es.