Die nepalesische Küche

Die nepalesische Küche ist sehr einfach und kaum mechanisiert. In den Dörfern ist die Küche ein vom Haus gut abgetrennter Platz, der stets sehr sorgfältig sauber gehalten wird. Dazu wird aber auch Kuhdung eingesetzt, dem antiseptische Wirkung nachgesagt wird. In einigen ethnischen Gruppen wird Wert darauf gelegt, dass kein der Familie Außenstehender die Küche betritt.

Die Frauen der Familie müssen frühmorgens als erstes die Küche und die Küchenutensilien säubern und auch für frisches Wasser sorgen. Die Topfe würden früher mit Asche gesäubert, heut nimmt man meist industrielle Reiniger. Manche Etnien legen Wert darauf, dass nur frisches Wasser zum Kochen verwandt wird, über Nacht stehengelassenes Wasser wird dann nicht mehr dazu verwendet.

Die Küche ist ein ausschließlich privater Bereich und der Eingang zeigt bei den Hindus nach Süden. Auch Personen, die in der Kaste unter jemanden stehen, ist das Betreten der Küche verboten. Schon der Blickes eines solchen unter einem Stehenden kann beim Kochen kann dazu führen, dass das gesamte Essen als unrein weggeworfen werden muß. Diese Dinge sterben aber nach und nach langsam auf. Trotzdem ist auch in modernen Haushalten die Küche für Fremde ein Tabu.

Das Feuer in der Küche ist für die Nepalis heilig. Daher werden Abfälle niemals im Feuer verbrannt um später darauf Essen zu kochen. Wie in der gesamten Wohnung oder Haus werden insbesondere in der Küche die Schuhe ausgezogen. 

Wie essen Napalesen ?

Nepalesen benutzen normalerweise weder Gabel noch Löffel. Sie essen mit der rechten Hand. In Nepal wird Essen als verschmutzt (Jutho) angesehen, wenn es mit einem benutzten Gegenstand oder einem benutzten Teller in Berührung gebracht wird. Daher sollte auch nicht die eigene Gabel oder Löffel benutzt werden, um sich noch etwas Essen auf den Teller zu tun. So sollten auch benutzte Teller nicht auf den Tisch gestellt werden, wo frische Speisen serviert werden. In der modernen Gesellschaft Nepals setzt sich zumindest der Gebrauch von Löffeln durch.  

Hier ein Video, dass ich im Nightshot-Modus während unserer Trekking-Tour gefilmt habe:

 

Tagesrhythmus

Die Essensgewohnheiten der normalen Nepalesen sind sehr einfach. Die Leute stehen im Allgemeinen sehr früh auf und gehen auch zeitig ins Bett. Insbesondere in den Dörfern wird mit den landwirtschaftlichen Arbeiten sehr früh begonnen. Zum Frühstück trinken die Nepalesen eine oder zwei Tassen Tee mit Milch und Zucker. Dazu werden süße oder salzige Kekse gegessen. Das reicht für das Frühstück, dafür wird das Mittagessen relativ zeitig eingenommen. Meist gibt es Dal (Hülsenfrüchte), bhat (gekochter Reis) und tarkari (grüne Gemüse) mit achars oder chutneys. Zum Mittagessen gibt es keine süßen Speisen.

Nachmittags essen die Nepalesen khaja oder Snacks. Gern wird auch Brot gegessen, entweder gebackenes Brot (pauroti) oder Weizenbrote (roti). Dazu gibt es gekochte oder gebratene Eier. Außerdem kommen einige der vielen Snacks auf den Tisch, auch Süße. Nach den Snacks gibt es normalerweise eine Tasse Tee. Auch das Abendessen ist sehr einfach: wieder dal, bhat und tarkari. Fleisch kommt meist nur einmal in der Woche auf den Tisch.  

Die durchschnittlichen Nepalesen nehmen zu wenig Kalorien und vor allem zu wenig Vitamine zu sich. Zusammen mit der meist schweren physischen Arbeit altern die Leute sehr schnell. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt (je nach Quelle) zwischen 52 bis 60 Jahren. Übrigens ist die Lebenserwartung der Männer bis zu vier Jahre größer als bei den Frauen. Die Unterernährung ist trotz großer Fortschritte nach wie vor ein ernstes Thema.