Nach dem Essen

In Nepal ist es üblich, nach der Beendigung des Essens noch Kleinigkeiten zu reichen. Meist sind sie süß und sollen verdauungsfördernd und stimulierend wirken. Sie sollen auch den Mund reinigen und den Speisengeschmack mindern. Sie sollen auch medizinischen Wert haben, da sie bei der Verdauung helfen. 

Zuerst sind da die Betelnussblätter (Pan) zu nennen, die mit etwas Zitrone, Kalk und Stücken der Arecanuß und anderen Zutaten gekaut werden. Besonders im Flachland des Terai ist dies weit verbreitet.

Arekanüsse (Supari) werden auch separat in kleinen Stücken nach dem Essen gereicht. Ihr werden Heilkräfte zugeschrieben. Sie sollen auch aphrodisierend wirken und bei Blasenkrankheiten helfen. Es soll wurmvertreibend und astringierend wirken und die Nerven stärken. Auch religiöse Bedeutung haben die Nüsse. Während der Hochzeiten der Newaris, übergibt die Braut dem Bräutigam 10 Arekanüsse als ein Zeichen, dass sie ihn als Ehemann respektiert und akzeptiert.

Bei einigen ethnischen Gruppen wird das Kauen von Betelblättern und Arekanüssen auch als prestigeträchtig angesehen. Bei Hochzeiten ist daher die Familie des Bräutigams Betelblätter, wenn sie zu Gast im Hause der Braut sind. Allerdings werden dann nur sehr kleine Stücke gekaut. Vegetariern soll es helfen, die Kaumuskeln und das Zahnfleisch zu trainieren. 

Fenchelsamen
(Saunf

Fenchelsamen sind die Samen des Fenchels (bot. Foeniculum vulgare). Fenchel wird im großen Maßstab in Indien angebaut. Die Fenchelsamen sind bekannt für ihren aromatischen Duft. Sie wirken stimulierend und verhindern Blähungen und sollen auch gegen Magenschmerzen und für den Blutkreislauf gut sein.
Die Samen werden gekaut, um Mundgeruch zu vertreiben und natürlich wegen ihrer medizinischen Wirkungen. Oft werden sie auch mit anderen Zutaten, Kokosraspel, Kardamom oder Arekanüssen gemischt. Auch ein Verdauungsgetränk basiert auf Fenchelsamen. 

Grüner Kardamom
(Sukhmel

Es gibt zwei verschiedene Sorten Kardamom: den schwarzen Kardamom (alaichee) und den grünen oder weißen Kardamom. Der letztere wird meist nach dem Essen gereicht, während der schwarze Kardamom als Gewürz benutzt wird. Beide Sorten haben ein kräftiges Aroma und werden vor allem in Gerichten mit Fleisch oder Hülsenfrüchten verwendet.

Nelken
(Lwang)

Nelken sind die getrockneten Knospen des Nelkenbaumes (bot. Syzypgium aromaticum). Auch ihr medizinischer Wert wird geschätzt. Auch ein Öl wird aus Nelken hergestellt. Das Kauen von Nelken soll auch gegen Erkältungen helfen. Nelken werden vor allem in Südindien angebaut. 

Kandiszucker
(Mishri)

Kandiszucker wird roh oder auch eingefärbt hergestellt. Er wird so gegessen oder auch für verschiedene Mischungen verwendet. 

Masala, Mischungen
(Musipo)

Vor allem anlässlich großer Feste zu Hochzeiten oder in den Gemeinden werden den Gästen Masalas gereicht. Die Masalas werden in schönen Silbergefäßen aufbewahrt, die pana bata genannt werden. Die Mischungen bestehen aus Areka-Nüssen, Nelken, weißer Kardamom, Zimt, Rosinen, geröstete Lotosblumenkerne (mukhana), Kandiszucker, Cashewnüsse, Kokosraspel, Walnüsse usw. Die Zusammenstellung der Mischungen schwankt je nach den finanziellen Möglichkeiten der Familien.
Bei den Sherpas und anderen ethnischen Gruppen wird auch getrockneter Yak-Käse (Churpi) nach dem Essen gereicht. 

Gesalzene Lapsi-Früchte
(Nunilo, Lapsiko Titora

Die Lapsi (bot. Choerospondias axillaries, früher Spondias axillaries) ist in Nepal eine Herbstfrucht. Sie schmeckt säuerlich und gibt anderen Speisen einen sehr schönen Geschmack. Manchmal wird auch ein Getränk als Digestiv nach dem Essen getrunken. Gesalzene Lapsi-Früchte (Titora) sind eine Art Bonbon. Dazu werden die Früchte gekocht, dann die Haut und die Samen entfernt und das Fruchtfleisch zusammen mit Salz, Chili und Teufelsdreck (hing) verknetet.