Huaraz und Santa-Cruz-Trek
vom 23.05.
bis 29.05.2013

 
Ganze 9 Stunden benötigen wir für die (allerdings sehr bequeme) Busfahrt von Lima nach Huaraz.
 
Die Straße ist meist gut ausgebaut und die Landschaft wechselnd und sehr interessant.
   
Erst nach 18 Uhr erreichen wir Huaraz und unser Hotel Casablanca. Wir stellen nur kurz unsere Sachen
im Zimmer ab und starten mit Eric (unserem Guide für die nächsten 6 Tage) zu einem Lokal,
wo wir sehr gutes Abendessen bekommen sollen.
 
Im "Créperie Patrick" essen wir hervorragend unsere esten Alpaka-Steaks ... sie sind sooo lecker!
   
Am nächsten Morgen werden wir sehr früh von Eric und seinen Eltern abgeholt (Vater und Sohn haben ein gemeinsames Trekking-Unternehmen). Es wird ein Lunchpaket eingepackt, Wasser gekauft und los geht's zu unserer Akklimatisierungstour zur Laguna Churup.
Huaraz liegt in 3000 m Höhe und wir wollen auf 4450 m klettern und abends wieder in Huaraz übernachten.
Das wird eine anspruchsvolle Tour.
 
Zunächst fahren wir auf abenteuerlichen Straßen in einem Büschen bis zum Eingang des Nationalparkes Huascaran.
 
Der Weg ist oft sehr steil und manchmal mit Seilen gesichert. Wir benötigen für die gut 1000 Höhenmeter
fast 3 Stunden. Es ist sehr anstrengend und wir sind die Höhe noch nicht gewöhnt.
Alles tut weh: Der Kopf, der Bauch, die Beine und der Rucksack drückt gewaltig auf die Schultern.
   
Endlich ... um 11.35 Uhr haben wir es geschafft! Wir sind sooo fertig ... und brauchen eine ganze Stunde, um uns einigermaßen von der Anstrengung zu erholen. Aber die Landschaft ist grandios.
   
Gegen 12.30 Uhr beginnen wir den steilen Weg rückwärts und benötigen dafür dann nur noch knapp 2 Stunden.
   
Nachmittags sind wir zurück in Huaraz, ruhen uns kurz aus und spazieren noch ein bißchen durch die Stadt,
die uns gestern abend schon mit ihrem geschäftigen Treiben fasziniert hat.
   
Wir genehmigen uns ein Bier im "De los Andos" am Plaza de Armas.
   
Wir wollen nun endlich mal Meerschweinchen essen.
Eric hat uns wieder das "Patricks" empfohlen.
Hier wird es paniert angeboten. Wir kauen darauf
herum, bekommen aber die feste Lederhaut
nicht zerkaut. Viel Fleisch ist eh nicht dran.
Es schmeckt nicht schlecht, aber irgendwie sind wir enttäuscht.
Später erfahren wir, daß bei allen Zubereitungsarten
nur das Fell abgesengt wird und die Lederhaut
(zumindest von den Einheimischen) mit gegessen wird.
Wir finden das sehr gewöhnungsbedürftig.
Am nächsten Morgen beginnen wir unseren Santa-Cruz-Trek.
Dazu fahren wir mit Eric und seinem Begleiter und einem weiteren Wanderer
(Steven aus London) wieder mit einem Büschen - bis nach Cashapampa.
Das Wetter ist prächtig, die Luft klar und kalt.
   
Unser Gepäck und der Proviant für die nächsten 5 Tage werden auf Esel verladen und dann geht es wirklich los.
   
unsere Esel Nach 2 Stunden gemächlichen Anstieges
brauchen wir eine Pause.
   
Uns steckt die gestrige Tour noch in den Knochen und an die Höhe haben wir uns auch noch nicht gewöhnt.
   
Es geht immer an einem rauschenden Bach entlang. Nach gut 4 Stunden erreichen wir gegen 17 Uhr Llamacoral -
   
unseren Schlafplatz für die kommende Nacht. Wir beziehen unser kleines Zelt und treffen uns im etwas größeren Gemeinschaftszelt. Hier gibt es Tee und später ein Abendessen, das aus einer Gemüsesuppe und dann Hähnchen mit Reis und einer Kartoffelscheibe besteht.
   
Wir schlafen schlecht - kein Wunder bei einer Höhe von 3850 m - stehen um 7 Uhr auf, frühstücken und
starten die heutige Etappe kurz nach 8 Uhr.
Wir wandern weiter moderat bergauf - vorbei am schönen Jatun-Cocha-See. Leider ist es heute stark bewölkt
und der grandiose Ausblick auf den Alpamayo bleibt uns verwehrt. Auch von einem Abstecher in das Seitental
am Alpamayo rät uns Eric ab. Hier ist gestern eine Bergsteiger-Gruppe durch eine Lawine verunglückt,
wo 2 Guides gestorben sind.
   
Wir erreichen den Zeltplatz Taullipampa (4200 m) schon gegen 13 Uhr - zum Glück, denn kurz danach beginnt es heftig zu regnen, später zu hageln und zu schneien.
   
Am nächsten Morgen trägt unsere Zeltplane
eine dicke Eisschicht.
Wir starten dick angezogen mit Mütze und Handschuhen.
   
Die Landschaft ist gigantisch schön
   
aber der Weg zum höchsten Punkt der Tour oft steil und gefährlich glatt.
   
Kurz nach 10 Uhr haben wir es geschafft - wir erreichen den Punto Union in 4750 m Höhe.
Nach einer ausgiebigen Pause beginnen wir mit dem Abstieg.
   
Die Sonne hat hier den Schnee geschmolzen und eine glitschige nasse Schicht auf den Steinstufen gebildet.
   
Auch auf dieser Seite des Passes ragen riesige Schneeberge in den Himmel und die kleinen Seen
geben tolle Fotomotive ab.
   
Am Zeltplatz Paria rasten wir nur kurz.
   
Wir gehen weiter durch das Huaripampa-Tal.
Aber der Weg zieht und zieht sich.
Wir sind seit fast 10 Stunden unterwegs.
Erst gegen 17 Uhr erreichen wir die kleine Kirche in Huaripampa. Und jetzt verstehen wir erst,
daß wir heute in einer Kirche übernachten sollen.
   
Wir bekommen einen Schlafplatz in Doppelstockbetten,
wo sonst Pilger übernachten
und kaufen uns bei den Einheimischen ein Bier.
   
Eric kocht für uns eine heiße Suppe und ein Reisgericht mit Schweinefleisch und Gemüse. Wir essen bei Kerzenlicht, denn es gibt hier keinen Strom.
Wir gehen früh schlafen.
Am nächsten Morgen laufen wir zunächst
durch das Dorf Huaripampa
   
und werden von den Einheimischen neugierig begrüßt.
   
Schweine laufen frei herum und oft finden wir eine Meerschweinchenzucht.
   
Hier nehmen wir nicht den Abzweig zum Ausgangspunkt unserer Tour,
sondern steigen steil den Berg hinauf zum Dorf Vaqueria.
   
Gegen 10 Uhr (nach einer guten Stunde Anstieg) erreichen wir Vaqueria. Hier warten wir ganze 2 Stunden auf einen
Colectivo, der uns mitnehmen soll.
   
Es dauert eine Weile, ehe alles Gepäck verladen ist und wir mit den Einheimischen unsere Plätze eingenommen haben. Um 12 Uhr fahren wir los. Zunächst windet sich die Paß-Straße
eine Stunde lang bergauf.
   
13 Uhr: Der Paß Portachuelo de Llanganuco (4767 m) ist erreicht.
Die Landschaft ist atemberaubend - wir steigen kurz aus und fotografieren viel.
Abwärts läßt uns dann vor allem die löchrige Straße so manches Mal den Atem anhalten. Sie ist schmal, steil abschüssig, ohne Leitplanken und öfter kommt ein LKW oder ein Bus entgegen.
   
Dort unten wird unser nächster Zeltplatz (Yuraccorral) sein - dicht an den Llanganuco-Seen Orconcocha und Chinancocha (der männliche und der weibliche See). Um 14 Uhr erreichen wir Yuraccorral, bauen unsere Zelte auf und laufen noch ein Stück zu den Seen. Wir sind noch immer 3800 m hoch und das Laufen fällt schwer.
   
Abends sitzen wir noch mit Eric zusammen. Für unseren letzten Trekkingtag ist die Wanderung zur Laguna 69 geplant. Es wird wieder sehr anstrengend.
 
Der Weg zieht sich in die Länge, es ist oft steil und die Luft ist sehr dünn hier oben,
aber das Wetter ist toll und die Sicht hervorragend.
 
Huascaran - der höchste Berg Perus Laguna 68 (wir dachten, wir wären am Ziel, mußten aber weitere 100 Höhenmeter bewältigen).
   
Aber dann haben wir es geschafft - die Laguna 69 liegt vor uns.
Wir sind platt vor Staunen: so ein blaues Wasser haben wir noch nie gesehen.
Es ist irgendwie nicht von dieser Welt ...
   
umrahmt von den Eisriesen Chacraraju (6108 m)
   
Für den Rückweg benötigen wir nur 2 Stunden.
   
Am Parkplatz Cebollapampa wartet schon Eric
und unser Büschen.
Mit dem fahren wir noch mal 3 Stunden aus dem Tal -
auf abenteuerlichen Straßen bis nach Huaraz.
   
Cordilliera Negra (Schwarze Kordillieren) Wir sind abends bei Eric's Familie eingeladen.
   
Sie bereiten in einem heißen Erdhaufen Pachamanca -
das peruanische Nationalgericht zu.
Wir sind überrascht und begeistert,
wie gut Fleisch und Kartoffeln schmecken.
   
Steven übernachtet bei Eric's Familie,
wir aber müssen uns von allen verabschieden.

Um 22 Uhr fährt unser Bus ab -
wir fahren wieder nach Lima.
Diesmal benötigen wir für die gleiche Strecke
nur reichlich 7 Stunden und haben sogar
ein bißchen geschlafen.
   
   
 

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