Puno und Titicacasee
am
04.06.2013

 
Wir stranden unfreiwillig in Puno, was sich im Nachhinein als Bereicherung herausstellt.
Aber zunächst begann es so:
 
Wir erreichen planmäßig 4.40 Uhr den Busbahnhof in Puno, wo wir umsteigen müssen und
genügend Aufenthalt haben, um uns ein Frühstück zu kaufen. Es ist ein einfaches Frühstück,
aber besonders üppig war es bisher nirgendwo in Peru.
 
Die Sonne geht auf ... Um 7 Uhr soll der Bus nach Copacabana weiter fahren.
   
Aber der Bus fährt nicht weiter. Die Minenarbeiter in Bolivien streiken für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Lohn und haben die Straßen am Grenzübergang für 24 Stunden blockiert.
Das können wir zwar nachvollziehen, aber im Moment sind wir ziemlich ratlos. Es hilft alles nichts ...
wir müssen bis morgen in Puno bleiben.
Gertraud besorgt uns eine Unterkunft im Hotel "Camino Real", aber erst um 8.30 Uhr wird ein Zimmer für uns frei.
   
Gegen 9 Uhr beschließen wir, einen Stadtbummel durch Puno zu machen.
Wir gehen zuerst durch den Parque Pino

bis zum Plaza de Armas
mit seiner beeindruckenden Kathedrale.
   
Wir bummeln durch die Fußgängerzone "Lima" und beobachten die Einheimischen.
 
Wir entdecken auf einem Hügel eine Skulptur
und suchen und finden einen Zugang dorthin.

Auf vielen Treppen steigen wir nach oben.

Uns geht bald die Puste aus,
denn Puno liegt über 3800 m hoch.
   
Aber wir schaffen es natürlich, bewundern den Inka-König und genießen die phänomenale Aussicht
bis zum Titicacasee.
   
Danach suchen wir einen Weg zum Mirador El Condor, ohne in die Stadt hinab steigen zu müssen.
Wir finden einen und müssen wieder viele Stufen bewältigen.
Die Skulptur besteht aus Metall und hat eine Spannweite von 11 Metern. Der Kondor ist Wappentier von vielen Andenstaaten in Südamerika, z.B. auch von der Stadt Moquegua ganz im Süden von Peru.
   
Wir bewundern wieder die tolle Aussicht auf Puno
und den Titicacasee.
Wieder am Plaza de Armas lassen wir uns einfach treiben und beobachten die Einheimischen.
   
   
   
Ein bunter Umzug wälzt sich durch die Stadt -
es geht um Umweltschutz und die Erhaltung aller Tierarten
... aber was sind das für Prinzessinnen?
Wir erfahren es nicht :-(
   
Um 14 Uhr sind wir mit Gertraud und Sophie verabredet und gehen gemeinsam zum Hafen,
   
wo unser Boot schon auf uns wartet und mit dem wir zu den Inseln der Uros fahren.
   
Wir müssen Eintritt bezahlen. Die Schilfinseln bilden ein großes Dorf,
   
auf denen je eine Familie lebt.
Unser Boot legt an einer Insel an.
Wenn es Streit gibt, wird die Insel einfach
mit einer Säge halbiert ...
   
Die Hütten müssen aller paar Jahre erneuert werden. Drinnen ist es einfach, sieht aber gemütlich aus.
   
Gekocht wird draußen und alle laufen barfuß,
obwohl es empfindlich kalt ist.
Eine herbe Schönheit ...
   
Es werden seltsame Hühner auf der Insel gezüchtet und natürlich Meerschweinchen.
   
Wir machen ein letztes Foto und verabschieden uns von der gastfreundlichen Familie.
   
Zurück fahren wir noch mal an einigen Inseln vorbei.
Jede Insel trägt den Namen der Familie, die hier wohnt.
Auf der Rückfahrt geht schon die Sonne unter.
   
Im "Balcones de Puno" essen wir sehr gut und stilvoll - Alpaca auf Kartoffelbrei mit Gemüse.
   
Am nächsten Morgen finden wir uns gegen 7 Uhr wieder am Busbahnhof in Puno ein und fahren diesmal tatsächlich los -
in Richtung bolivianischer Grenze
   
immer entlang des schönen blauen Titicacasees.
   
9.45 Uhr Ankunft in Yunguyo (Grenzstadt) -
wir müssen alle aussteigen
und umständliche Grenz-Formalitäten erdulden.
   
Wir gehen zu Fuß durch ein symbolisches Tor und sind in Bolivien. Darauf trinken wir ein Bier!
   
Danach dürfen wir wieder einsteigen und fahren weiter bis Copacabana.
   
Das ist eine kleine Stadt am Titicacasee. Unser Hotel "Cupula" - wir stellen nur die Koffer ab
   
und gehen kurz in die Stadt hinunter,
um ein Mittagessen zu suchen.
Wir finden einen kleinen Imbiß, wo es fritierte Hähnchen mit Pommes, Reis und Nudeln gibt.
   
Danach bummeln wir gemütlich zum Hotel zurück. Die Bolivianer lassen sich nicht gerne fotografieren.
   
Wir erfahren dann, daß an den nächsten 2 Tagen in Bolivien wieder gestreikt und einige Straßen gesperrt werden sollen. Das läßt uns keine Ruhe - das würde vielleicht auch unseren Heimreisetermin gefährden.
Wir fragen Gertraud, ob es nicht besser wäre, noch heute nach La Paz zu fahren, wo die Straßen noch frei sind.
Sie flitzt in die Stadt, um sich nach dem nächsten Bus nach La Paz zu erkundigen und kommt atemlos zurück.
Der letzte Bus fährt in 15 min.. Wir schnappen unser Gepäck, springen in ein Taxi und fahren los.
Der Bus ist uns vor der Nase weggefahren, aber der Taxifahrer, fährt dem Bus hinterher und in einer abenteuerlichen Aktion stoppen wir den Bus
   
und können noch einsteigen ... das war knapp! Wir fahren durch fremdartig wirkende kahle Landschaften
   
   
immer wieder mit Blicken auf den Titicacasee.
Nach 1 Stunde Fahrt erreichen wir San Pablo an der Straße von Tiquina und müssen aussteigen.
   
Über diesen Wasserarm gibt es keine Brücke.
Die Passagiere werden mit einer kleinen Fähre nach
San Pedro hinüber gefahren.
Der Bus wird auf einem windigen Floß übergesetzt.
   
Die ganze Aktion hat 1/2 Stunde gedauert. Gegen 15 Uhr fahren wir weiter.
   
Nach einer weiteren Stunde erreichen wir die Randbezirke von La Paz und kommen aus dem Staunen nicht mehr raus - was ist das nur für eine riesige Stadt! Im Hintergrund thront der Illimani - der Hausberg von La Paz.
Die Stadt liegt in einem Talkessel in 3200 m Höhe. Das umliegende Hochland Altiplano befindet sich in 4100 m Höhe - auch der Internationale Flughafen befindet sich hier. Damit ist er einer der höchst gelegenen Flughäfen der Welt. Auch die Berghänge sind dicht bebaut mit Wohnhäusern, die allerdings einen Status darstellen:
je höher die Häuser stehen, desdo ärmer sind deren Bewohner.
   
Wir wohnen mitten im Zentrum -
quasi im Tal bei den "Besser-Verdienenden" -
im Hotel Estrella Andina.

Wir treffen dort Thomas Wilken und freuen uns,
daß wir ihn mal persönlich kennenlernen,
nachdem wir bisher nur Email-Kontakt hatten.
Er ist allerdings in Eile und wir verabschieden
uns bald. Gertraud wird uns noch bis morgen begleiten.
 
 

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