Huangshan - Gelbe Berge
03.11. bis 05.11.2017

 
Wir fahren am nächsten Tag wieder mit einem Schnellzug weiter. Es ist kein Problem, sich zu orientieren, Zug-Nummern und Zahlen
sind in Englisch angegeben.
Hier entdecken wir wieder die Markierungen am Bahnsteig. Wir haben Sitzplätze im Waggon 5 und der Zug und der Waggon 5 hält genau an dieser Stelle -
   
und zwar pünktlich.

Man sitzt bequem wie in einem Flugzeug,
aber mit mehr Beinfreiheit.
   
Am hochmodernen Bahnhof in Huangshan werden wir wieder abgeholt - diesmal von Bruce
(alle Guides geben sich englische Namen,
damit die sich die Touristen auch merken können)
und fahren in Richtung Berge.
Hier fällt uns zuerst das Meer an gelben Blüten auf.
Es sind Chrysanthemen für Chrysanthemen-Tee.

   
Bruce fährt mit uns in das Ming-Dorf Xidi. Es ist ein sehr touristischer Ort, aber Weltkulturerbe.
   
Durch ein großes Eingangstor, an dem Bruce für uns Eintritt bezahlen muss, betreten wir das Dorf. Enge winklige Gassen prägen dieses Dorf.

   
In vielen Hauseingängen werden interessante und weniger interessante Sachen verkauft, die hauptsächlich die zahlreichen chinesischen Touristen anlocken sollen. Westliche Touristen gibt es nur sehr wenige.
   
Manche Shops sind sehr einladend ... und hier kann man den Chrysanthemen-Tee verkosten.
   
Unser nächstes Ziel ist das Dorf Hongcun,
wo wir heute übernachten.
Wieder müssen wir durch ein stattliches Eingangstor
und Eintritt bezahlen.
   
In einer unscheinbaren Seitengasse finden wir unser Hotel "Seven-Times-Boutique-Hotel".
   
Wir haben wieder ein Himmelbett
und einen großen Aufenthaltsraum
vor unserem Zimmer.
   
Danach starten wir alleine
zu einem kleinen Stadtrundgang
immer unter Beobachtung von Videokameras,
die im ganzen Land zahlreich zu finden sind.
   
Wir schlendern wieder durch enge Gassen,
   
schauen jungen Künstlern über die Schulter,
die hier interessante Motive für ihre Staffelei finden
und entdecken dann auch die berühmte Brücke
über den Südsee.
   
Zum Abendessen kehren wir hier ein ;-)

Es gibt Rührei und faule Eier, Schwein- und Entenstücke und Reis. Alles schmeckt köstlich.
 
Am nächsten Morgen fahren wir früh morgens
zum Busbahnhof in Tunxi.
Dort steht eine endlos lange Menschenschlange an.
Wir haben nicht bedacht, dass heute Samstag ist
und auch alle Chinesen Wochenende haben.

Wir warten aber nur gut 20 min.
bis wir in einen dieser blauen Busse
einsteigen dürfen.
   
Gegen 10.30 Uhr fahren wir los - in vielen Serpentinen bergauf.
   
An der Seilbahn-Station endlich angekommen,
trifft uns fast der Schlag. Hier sind noch mehr Menschenmassen als unten in Tunxi am Busbahnhof.

Wir haben es Bruce zu verdanken, dass wir dort
nicht anstehen müssen. Er findet einen VIP-Eingang,
den wir benutzen können. Schon bald
schweben wir in einer Gondel nach oben.
   
Bruce fährt nicht mit. Er will uns am übernachsten Tag in Tunxi wieder abholen.
   
Die Fahrt dauert nur gut 10 min - vorbei an einer spektakulären Landschaft,
die immer spektakulärer wird, je weiter wir nach oben kommen.
   
Und dann sehen wir auch die Treppen, die die Chinesen in dieses Gebirge gebaut haben und
von denen zahlreiche Fotos durchs Internet kursieren.
   
Gegen 11.15 Uhr haben wir es geschafft und steigen aus der Seilbahn.
Auch hier tummeln sich Menschen über Menschen ... fast nur chinesische Touristen.
Und wir sind entsetzt: alle Wanderwege wurden aspahltiert bzw. mit Treppenstufen befestigt! Nicht zu fassen ...!
   
Nach 30 min. Fußweg erreichen wir unser "Beihai-Hotel" und beziehen unser Zimmer
   
mit toller Aussicht.


Zum Glück habe ich "WeChat" auf meinem Handy,
so dass wir mit Bruce kommunizieren können.
Er hat für uns das Zimmer organisiert und
   
ein Mittagessen bestellt. Ohne Reservierung bekommt man hier nämlich nichts zu essen.
Es sind einfach zu viele Chinesen da.
   
Eine Wanderkarte gibt es nicht, aber viele Wegweiser (auch in englisch). Die Wanderwege finden wir schrecklich.

   
Aber die Landschaft ist wirklich grandios.
   
Der Affenfelsen - es sieht von weitem echt aus,
als würde da ein Affe sitzen.
Es gibt zahlreiche Aussichtspunkte,
aber alle sind total übervölkert.
   
Wir bedauern die Lastenträger,
die mühsam viele Waren zu den Hotels schleppen.
So soll es morgens hier aussehen.

   
Im Moment sieht es hier so aus. Es ist noch früher Nachmittag und wir beschließen,
   
zu einer Zahnradbahn zu laufen. Dazu müssen wir aber 670 Höhenmeter auf gefühlten 1000 Stufen
über diese windig aussehende Treppe absteigen. Nach einer guten Stunde haben wir es geschafft.
   
Aber was ist das denn?
Hier stehen ja auch so viele Menschen an!
Es nützt nichts, wir müssen warten.
Die vielen Stufen wieder nach oben würden wir
nicht mehr schaffen bis zum Sonnenuntergang.
Es ist fast 16 Uhr und die Bahn fährt
nur bis 17 Uhr.
   
Wir haben Glück! Wir warten "nur" 45 min. und
die Zahnradbahn nimmt uns mit.
Die Landschaft ist wieder spektakulär!

   
Nach 10 min. Fahrt erreichen wir die Bergstation ...
und wieder so viele Menschen.
Sie warten auf den Sonnenuntergang.


Es sind noch 15 min. Fußweg bis zu unserem Hotel.
Was ist denn hier los?
Hunderte haben hier ihre Zelte aufgeschlagen. Es sind meist junge Leute. Wahrscheinlich sind ihnen die Hotelpreise zu teuer oder es war alles ausgebucht.
   
Nach einem gemütlichen Abend und zeitigem Schlafengehn, stehe ich kurz vor 6 Uhr auf, um den Sonnenaufgang zu sehn. Hannes hat keine Lust ... er will weiter schlafen. Aber es ist auch bitter kalt draußen.
Das Hotel stellt allerdings für alle Daunenjacken zur Verfügung, die leider nicht sehr sauber sind.
   
Egal, ich stürze mich ins Gewimmel, denn auch jetzt sind hier Massen an Chinesen unterwegs.
Alle suchen den ultimativen Standplatz, um den Sonnenaufgang bestmöglich aufs Bild zu kriegen.
   
Es dämmert schon und die Berge umgeben sich jetzt mit diesen sagen-umwobenen Wolkenschleiern.
   
Und dann - um 6.20 Uhr - geht die Sonne auf.
Ich hatte nicht den optimalen Standplatz, aber auch keine Lust, mich irgendwo dazwischen zu quetschen.
Danach strömen alle wieder zu den Hotels
und zum Frühstück.

   
Hannes steht später auch auf, wir frühstücken - leider nicht in Ruhe, weil überall und besonders am Buffet wieder viele Menschen Schlange stehn - und beschließen, nicht die Seilbahn nach unten zu nehmen,
sondern zu laufen.
   
D.h. wieder viele Treppenstufen nach unten ...
d.h. 836 Höhenmeter runter und gefühlte 3000 Stufen!
   
Am Weg gibt es immer mal wieder kleine Shops,
aber alles ist sehr teuer. Wir haben unser Wasser
dabei und müssen nichts kaufen.
Wir bewundern ein letztes Mal
die wunderschöne Bergwelt.

   
Gegen 10 Uhr haben wir es geschafft (nach 2 Stunden).
Die Beinmuskeln zittern und wir müssen uns erst mal etwas ausruhen.
Unglaublich! An der Seilbahnstation stehen schon wieder (oder immer noch?) endlose Menschenschlangen.
   
Jetzt geht's wieder mit dem Bus nach Tunxi,
Bruce holt uns ab und bringt uns zum Bahnhof.



Wir haben Deutsche aus Warstein in den Bergen getroffen. Sie haben ihren Sohn besucht, der in Shanghai studiert. Jetzt fahren wir ein Stück gemeinsam mit dem Schnellzug.
Sie steigen in Hangzhou aus.
   

  zurück    Anfang      Shanghai