Jerash am 12. Oktober 2008

 

Wir haben 10 Stunden wie die Steine geschlafen und starteten schon um 8 Uhr raus aus der Stadt.
Es ging schleppend voran, denn Ammans Straßen sind oft hoffnungslos verstopft.
 

 

Außerhalb der Stadt sind die 4-spurigen Straßen aber sehr gut ausgebaut und nur spärlich befahren.
Wir benötigten für die ca. 50 km nach Jerash weit
mehr als eine Stunde.

Erst gegen 9.30 Uhr lösten wir Eintrittskarten
für je 8 JD (ca. 9,20 €) und begannen unseren Rundgang durch Gerasa, wie die Stadt früher hieß.
Wer aber die ersten Siedlungen hier vor 6.000 Jahren gegründet hat, ist umstritten.
Die meisten Bauten bzw. deren Reste entstanden
um den Beginn unserer Zeitrechnung.

Man betritt das Gelände durch den sehr
gut erhaltenen Hadriansbogen.
Von hier aus kann man die gewaltigen
Ausmaße des Geländes nur erahnen.

 

 

   


Teile der Stadtmauer sind sehr gut erhalten.

 


Das Ovale Forum soll Vorlage für den Entwurf
des Petersplatzes in Rom gewesen sein.
 


Der Cardo (römisch für Hauptstraße in Nord-Südrichtung) - wird von 250 Säulen gesäumt.
Einen Meter unter dem Pflaster, verlief die Kanalisation - die Cloaca maxima.
 


Wir biegen in den südlichen Decumanus (römisch für Hauptstraße in Ost-West-Richtung) und


schauen uns die Reste der Kathedrale
und der Theodorskirche an.

 


An dem Komplex der Dreifach-Kirchen gibt es wunderbar erhaltene Mosaike zu bestaunen.
 


Hauptattraktion von Gerasa ist der Artemis-Tempel.
Die Jagd- und Fruchtbarkeitsgöttin war die Schutzgöttin Gerasas.
Man steigt über viele Treppen und Terrassen bis zum Hauptheiligtum - dem eigentlichen Tempel - hinauf.
 


Wir gehen bis zum Nordtor
 


und entdecken daneben die Westbäder.
 


Tief beeindruckt gehen wir langsam auf dem Cardo zurück und finden noch viel Sehenswertes.

 
   


Vor dem Ausgang liegt rechts etwas abseits das Südtheater, in das wir noch hineinschauen. Dort formiert
sich gerade eine kleine Militärkapelle, die merkwürdigerweise Dudelsack spielt und dabei durch die Arena zieht.
 


Am Ausgang befindet sich das Jerash-Restaurant, das sehr leckere Sachen
auf einem Buffet anbietet und wo wir vieles probieren.

 

Da wir noch Zeit haben, beschließen wir, am Nachmittag einen Abstecher zu den Wüstenschlössern zu machen. Dazu fahren wir ca. 50 km zunächst in Richtung Irak, biegen dann aber nach Südwesten ab.

Das Straßenband zieht sich endlos durch
eine trostlose, eintönige Gegend und
wir kämpfen mit Müdigkeit.

 

 

   


Endlich entdecken wir das Wüstenschloß Qasr el Amra (dt. Rotes Schlößchen).
Es ist Ende der 90er Jahre von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen worden.
 


Es wurde im 8. Jahrhundert wahrscheinlich als Jagd- und Badeschloß erbaut und hat gut erhaltene
und ganz erstaunliche Fresken, denn Abbildungen von Tieren und Menschen und Frauen
(vor allem so freizügig), sind absolut unüblich für ein moslemisches Land.

Wir fuhren weiter auf der Wüstenstraße und entdeckten ein weiteres Wüstenschloß - Qasr al-Kharana - wobei man sich nicht einig ist, ob es sich hier um eine Karawanserei oder eher eine Art Festung handelte.

   


Es ist innen und außen sehr schmucklos,
 


aber man kann auf das Dach steigen und genießt von dort eine
interessante Aussicht auf die weite, ebene und wüstenartige Landschaft.
 

Wir trinken nebenan in einem Beduinenzelt
noch einen starken, süßen Tee und fahren
danach nach Amman zurück.

 

Wir erreichen die Stadt erst bei Sonnenuntergang
und sind wieder sehr froh über Hannes' GPS-Gerät,
das uns den Weg bzw. die Richtung weist und
so finden wir relativ problemlos zu unserem Hotel zurück.

 

 

Morgen werden wir Amman verlassen und in Richtung Süden aufbrechen.
Dort wollen wir den 1. Halt in Madaba, der Stadt der Mosaiken, machen.

 
 

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