3-tägige Wanderung zum Inle-See
vom 13. bis 15.03.2017

 
Wandertag 1
 
Das Frühstück war wider Erwarten gut.
Wir fahren 8.30 Uhr in Richtung Berge
und starten schon 10 min. später unsere Wanderung.

   
Die Sonne scheint, die Wege sind breit und gut begehbar. Die Landschaft ist lieblich (fast wie Eifel).
Es macht Spaß, mal wieder zu wandern.
   
Wir wandern durch kleine Dörfer und machen nach einer Geh-Stunde eine erste Trinkpause.
   
Kuhherden begegnen uns öfter,
die meist von Kindern gehütet werden.

10.50 Uhr nächste Trinkpause.
Wir sind gut voran gekommen. Es war hier eigentlich Lunchpause geplant, aber wir gehen noch ein Stück.
   
Die Dörfer sind quasi Selbstversorger. Hier wachsen Linsen und Weißkraut.
   
11.30 Uhr erreichen wir das nächste Dorf. Jetzt machen wir Mittagspause.
Myo kocht Nudelsuppe für uns in der Küche eines Hauses.
   
Wir haben Pause und werden in das Wohnzimmer der Familie eingeladen.
Urkunden von bestandenen Prüfungen der Kinder und Fotos schmücken die Wände -
auch von Aung San Suu Kyi.
   
Ein alter Mann leistet uns Gesellschaft.
Er spricht ein paar Brocken lustiges Englisch.
Ich habe Fotos von uns und unserer Familie und Winterbilder mitgebracht, die intensiv betrachtet werden. Die ganze Familie umringt uns inzwischen. 
Dann ist die Suppe fertig und
schmeckt gar nicht schlecht.
Wir haben nur Probleme an dem niedrigen Tisch auf
dem Boden zu sitzen ...
das sind wir einfach nicht gewöhnt.
   
Wir unterhalten uns noch eine ganze Weile mit dem lustigen Alten und ziehen dann weiter,
nicht ohne uns vorher herzlich zu verabschieden und DANKE zu sagen.
   
Welcher Weg ist jetzt richtig?
Wegmarkierungen gibt es nicht. 
Zu jedem Dorf gehört auch eine Pagode.
 
   
Feldarbeit ist Frauensache. Aber was für eine Schinderei, den trockenen Boden aufzuhacken,
um den Ingwer aus dem Boden zu bekommen.
   
Wozu Bambus alles nützlich ist!

Dort hinten an dem spitzen Berg
wird unser Nachtquartier sein. 
   
Wir erreichen das Dorf La-mine schon kurz nach 15 Uhr. Myo lobt uns ... wir sind gut zu Fuß.
Unser Quartier ist ein festes Haus. Unser Zimmer hat einfach 2 Matratzen auf dem Boden.
   
Die Toilette - neben einem windigen Stall
mit einem dicken schwarzen Schwein.
Myo beginnt mit der Frau des Hauses,
das Abendessen für uns zu kochen. 
   
Wir haben noch Zeit und gehen ein Stück durch
das Dorf spazieren. 
Lustig!
Die Straßenlampen hier haben Lichtschalter! 
   
Danach benutzen wir den "Shower" - ein Brunnen, direkt an der Straße gelegen.
Eine Katzenwäsche muss heute ausreichen ... 
   
Dann ist das Abendessen fertig. Myo hat sich viel Mühe gemacht. Es gibt Hähnchen-Curry, Bohnen, Auberginen, Wedges, Reis und Möhrensalat. Ein tolles Essen, aber viel zu viel für uns.
Ich glaube aber, die Reste werden von der Familie und Myo gegessen. Hier wird nichts weg geworfen.
Wir haben wieder ein Sitz-Problem und wissen nicht mit unseren Beinen wohin ...
 
Nach dem Essen besorgt uns Myo 2 Flaschen Bier und wir lassen den Tag auf unseren Matratzen gemütlich ausklingen. Allerdings haben wir ein Durchgangszimmer und die Familie des Hauses
hat ihre Schlafzimmer hiervon abgehend ... 
 
Wandertag 2
   
Schon gegen 4 Uhr krähen die ersten Hähne und
es ist vorbei mit dem Schlafen. 
Kurz nach 7 Uhr bekommen wir Frühstück:
Spiegelei, ganz viel Obst und grünen Tee. 
   
Danach verabschieden wir uns herzlich.  Wir starten noch vor 8 Uhr zur 2. Etappe, 
   
bevor hier zwischen 9 und 10 Uhr die Touristen einfallen. Täglich starten hier viele Gruppen zum Inle-See,
die nur 2 Tage wandern mit einer Übernachtung.
   
an Weizenfeldern vorbei  jedes Dorf hat seine Pagode 
   
Die Wege sind sehr uneben.  Kurz vor der Regenzeit sind fast alle Felder abgeerntet. 
   
Dung und Asche wird auf den Feldern verteilt.

Die Landschaft ist lieblich,
aber es wird heiß und heißer. 
   
Da wird Ingwer getrocknet und später gemahlen.  Hier gibt es mehr Bambusmatten-Häuser. 
   
über eine windige Brücke  Noch vor 11 Uhr erreichen wir unser Lunch-Dorf. 
   
Wir werden in einem spärlich eingerichteten Raum zum Warten aufgefordert, mit einem wieder sehr niedrigen Tisch. Und wir lernen, dass die Kissen nicht zum Draufsetzen benutzt werden dürfen,
d.h. nur der Kopf darf auf die Kissen gelegt werden.
  Kurz vor 12 Uhr gibt's wieder Nudelsuppe,
gebratene Nudeln, grünen Tee und Obst.
Hannes kann hier sogar ein Bier kaufen.

Nebenan ist noch ein Raum für eine Touristengruppe eingedeckt, die aber noch nicht da sind. 
   
Im Dorf blühen Weihnachtssterne, die hier als Zäune
und Abgrenzungen angelegt sind. 
12.30 Uhr wandern wir weiter.
Es ist heiß - jetzt über 30°C im Schatten. 
   
Diesen kleinen Canyon hat die Regenzeit gegraben.

Das sind Bohnenpflanzen, die erst in der Regenzeit anfangen zu wachsen. 
   
Über dieses Gebirge müssen wir morgen.  Wir brauchen schon wieder eine Trinkpause. 
   
Jetzt treffen wir immer öfter andere Wanderer - meist größere Gruppen. 
   
ein abenteuerlicher Weg  Unser nächstes Quartier ist in Sicht. 
   
Wir wohnen im Dorf Pattu (eigentlich Pattu-Pauk) wieder bei Einheimischen, aber in einem festen Haus -
allerdings ohne Strom. Dafür haben wir diesmal ein eigenes Zimmer für uns -
wieder mit 2 Matratzen und wärmenden Decken.
   
Die Dusche ist hier ein abgetrennter Raum mit Vorhang  und die Toilette hat ein richtiges Keramik-Becken ;-)
   
Im Dorf gibt es sogar ein kleines Ladenlokal und Bier!
Wir spazieren noch ein bißchen durch das Dorf und sind gegen 18 Uhr wieder in unserem Haus.
   
Hurra!
Wir haben einen höheren Tisch und Stühle!
Der reinste Luxus!
Wir sind ja so bescheiden geworden ...
Zum Abendessen gibt es Linsensuppe,
Fisch-Curry, Bohnen, Zuckerschoten,
Auberginen und Reis.
Das ist heute eine kleine Portion sagt Myo.
Aber die schaffen wir auch nicht.
Wir hoffen wieder, dass die Familie die Reste isst. 
  Das ist eine Eigenkonstruktion der Einheimischen.
Sie erzeugen mit kleinen Solaranlagen Strom ...
und
es funktioniert!

Wir können unser Handys und Akkus aufladen. 
Abends sitzen wir noch eine Weile zusammen.
Die Familie trifft sich an unserem Tisch.
Ich packe wieder meine Fotos aus und
es beginnt ein eifriges Frage-Antwort-Spiel in schlechtem Englisch.
Myo übersetzt.
Die Familie hat 5 Kinder und 12 Enkel,
die aber nicht mehr in diesem Haus wohnen.
Der Vater der Familie ist mein Jahrgang ...! 
   
Wandertag 3
   
Am nächsten Morgen packen wir wieder unsere Rucksäcke. Ich muss mein Fleece-Shirt anziehen
(es sind nur ca. 15°C) und wir verabschieden uns herzlich.
Unsere Gastgeber waren alle unglaublich freundlich und sehr neugierig auf Touristen.
Wir waren sehr gerne hier. Es ist 7 Uhr.
   
Vor dem Haus wird schon kräftig gearbeitet.
   
 
Wir haben 4 Stunden bis zum Inle-See vor uns.  Die Morgenstimmung ist toll. 
   
Manchmal sind die Wege abenteuerlich
   
und manchmal einfach zu gehen.  9.15 Uhr: längere Trinkpause unter einem Bodhi-Baum 
   
In der Bergkette ist eine "Lücke" - da müssen wir durch. 10.15 Uhr: die "Lücke" kommt näher
   
10.35 Uhr: Wir haben den Pass erreicht.
Wir sollen von hier den Inle-See sehen?
Ich sehe keinen!
Nur blinkende Blechdächer!
Myo sagt: Das ist der Inle-See!

Wie geht das denn?
   
Jetzt geht es auf sehr unebenen Wegen steil bergab.
   
Und dann haben wir es geschafft.
Wir erreichen Tone Lé, ein kleines Dorf am Inle-See.
Es ist kurz nach 11 Uhr.
Später sehen wir auch, warum von oben nur
(blinkende) Dächer zu sehen waren.
Weit in den See hinein sind schwimmende Gärten auf Gras-Inseln und Häuser auf Stelzen gebaut.
Die Ufer sind komplett bebaut.
Sogar Bäume und Sträucher wachsen "im Wasser"
wie wir später noch sehen.
   
Jetzt gibt's erst mal ein großes Bier im
Restaurant "Light of Tone Lé". 
Mittags essen wir gebratene Nudeln -
immer mit Spiegelei oben drauf ... 
   
Danach gehen wir zum Bootsanleger und fahren einen langen Kanal entlang in Richtung See. 
   
an vielen Stelzenhäusern vorbei und schwimmenden Gärten bis wir den offenen See erreichen.
Die Fahrt dauert eine Stunde. 
 
Gegen 13 Uhr biegen wir in einen weiteren Wasserarm ab und erreichen Nyaung Shwe
   
   
und das "81-Central-Hotel" - unser Quartier für
die nächsten 3 Nächte. Das hatte ich mir etwas idyllischer gewünscht - ringsum ist hier nur Baustellengelände. Ich bin enttäuscht.
Aber das Zimmer ist sehr schön.
Wir sind so erschöpft, dass wir erst mal duschen
und dann eine lange Pause brauchen.

Wir befinden uns im 4. Stock
mit einer schönen Aussicht. 

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