Unsere Reise nach Nepal und Bhutan vom 27.03. bis 17.04.2003

 

Hannes plante schon fast ein Jahr vorher unseren diesjährigen Urlaub. Wir fanden einen Reiseanbieter, der selbst oft in Kathmandu ist und einige Leute dort sehr gut kennt. Wir planten also eine 10-tägige Wandertour zum Annapurna-Basislager und eine 5-tägige Reise durch Bhutan. Davor, danach und dazwischen war immer das Marshyangdi-Hotel in Kathmandu unsere Station, wo wir auch schon mal Gepäckstücke, die wir nicht brauchten, deponieren konnten.

 

 

Trekking

 

Wir sind 5 Tage lang mehr oder weniger bergauf und bergab gelaufen. Nachdem wir die einzige Straße in dieser Gegend verlassen hatten, benutzten wir ausschließlich die Wege der Einheimischen.

 

 


 

 Es gibt in den Bergen nur diese Wege und alles, alles wird auf dem Rücken von Trägern (auch durch Frauen und Kinder) oder auf Eseln transportiert: Holz, Steine, Lebensmittel (auch Bier), ja sogar Betten und Matratzen und vieles andere, was die Menschen (und Touristen) so brauchen und nicht selbst herstellen oder anbauen können.

 

 

 

Es waren holperige Wege, oft Steintreppen und wilde Hängebrücken und es ging ständig bergauf und bergab - meist mehrere hundert Höhenmeter. An jedem Flüsschen mussten wir den Berg hinab, den Fluss überqueren und dann wieder hinauf.

 

 


 

 Das war sehr anstrengend und wir machten öfter mal eine Trinkpause.

Kleine Teehäuser und einfache Lodges gibt es jede Menge am Wegrand.

 

 

 


 

 

 


 

Am 6. Tag erreichten wir am frühen Morgen das Annapurna-Basecamp. Bei 20 cm Neuschnee und strahlendem Sonnenschein präsentierte sich uns ein riesiges Areal an Eisriesen rings um uns: Annapurna Süd (7219m), Hiunchuli (6442m), Annapurna I (8091m), Gangapurna (7454m), Annapurna III (7555m) und Machhapuchhre (6993m), um nur die wichtigsten zu nennen.

Wir waren hin und weg und fotografierten und filmten wie die Wilden.

 

 

 

Dann hieß es schnellstmöglich absteigen, um an diesem Tag noch die gefährliche Lawinenzone hinter uns zu bringen. Hier sterben jedes Jahr Touristen und Einheimische und man darf nicht bei Sonnenschein durch dieses Gebiet gehen.

 

 Wir hatten Glück, denn der Himmel war Wolkenverhangen und wir kamen gut in Doban an, wo wir übernachten wollten.

 

Danach ging es weitere 3 Tage bergab und wir waren heilfroh, als wir gesund in Pokara ankamen und uns wieder in richtige Menschen verwandeln konnten.

  


 

Am nächsten Tag fuhren wir mit einem Auto zurück nach Kathmandu (6 Stunden) und von dort flogen wir am übernächsten Tag nach Bhutan.

 

 

 

 

Bhutan

 

 


 

Schon der Flughafen in Paro mutete uns sehr seltsam an. Der Baustil aller Häuser hier ist einheitlich, ob Tankstelle, Telefonhäuschen, Wohnhäuser oder Regierungsgebäude. Architekten haben da wenig Spielraum.

 

Wir wurden von einem PKW abgeholt (es gibt noch sehr wenige Autos) und in ein Hotel gebracht. Erst vor 10 – 15 Jahren hat sich Bhutan für den Tourismus geöffnet. Man hat eine Handvoll Hotels gebaut (mit westlichem Standard) und lässt keine andere Unterkunft für Touristen zu. Alles ist streng reglementiert. Unser Guide (Jamyang) hatte ein festes Programm, wovon auch nicht abgewichen werden konnte. Das ist uns alles etwas schwer gefallen, zumal wir sehr viel Zeit im Auto verbracht haben.

 


 

Die Straßen sind schmal und meist in schlechtem Zustand. Außerdem gibt es nur wenige Brücken und jeder kleine Felsvorsprung muss mit einer Kurve umfahren werden. So schafft man halt in der Stunde maximal 30 km und das kostet Geduld.

 

 


 

Im Prinzip besteht das ganze Königreich nur aus Bergen mit sehr engen Tälern.

In dem einzigen etwas breiteren Tal hat man den einzigen Flughafen gebaut, aber auch diese Landebahn ist sehr kurz und ich möchte dort kein Pilot sein.

 

Unsere Begleiter Jamyang (als Guide) und Kaka Reddy (unser Fahrer) waren recht nett, nur sprechen sie ein fürchterliches Englisch, was man kaum versteht. Bhutan lehrt auch erst seit kurzem in den Schulen die englische Sprache, ansonsten spricht man hier Dzongkha – die Sprache der Dzong.

 

 


 

Ein Dzong ist eine bhutanesische Festung – meist hoch oben auf einem Berg, die es in jedem Dorf gibt. Sie sind meist Klöster, aber heute oft auch Regierungs- und Verwaltungsgebäude und meist in hervorragendem baulichen Zustand.

 

 


 

Jamyang gab sich viel Mühe, weil wir mit dem vorgesetzten Essen nicht zufrieden waren und ihm das auch sagten. Man versuchte, uns westliche Küche vorzusetzen bzw. das was man in Bhutan unter westlicher Küche versteht.

Hier bekam ich endlich mal einen Butter-Tee, der gar nicht so schlecht schmeckte – ein bisschen wie Fleischbrühe.

 

 


 

Alle Männer tragen knielange kleiderartige Gebilde (Go’s) und die Frauen knöchellange und oft schreiend bunte Kira’s. Diese Kleidung ist für alle Vorschrift und wer in westlicher Kleidung erwischt wird, zahlt Strafe. Das ist wohl vor allem für die jüngere Generation ein ziemliches Problem. Wir haben Jamyang und Kaka an der indischen Grenze erlebt, wo diese Vorschrift nicht gilt. Das erste was sie taten, war, Jeans bzw. Shorts anzuziehen.

 

 


 

Das alles ist für uns doch sehr gewöhnungsbedürftig, aber nach 2 Tagen hatten wir uns etwas eingelebt und gelernt, die Andersartigkeit zu akzeptieren. Wir haben einige sehr schöne Dzongs besucht, das Nationalmuseum in Paro, die Hauptstadt Thimphu und das Paro-Tshechu (Festival). Letzteres hat uns am besten gefallen. Hier werden buddhistische Tänze aufgeführt und das ganze ist ein riesiges Volksfest, wo sich das ganze Dorf trifft – und wir mittendrin. Jeder Ort feiert einmal im Jahr so ein Tshechu.

 

 

 

Seit 3 Jahren gibt es auch Fernsehen, aber Mobil-Telefone noch nicht und das Internet steckt noch absolut in den Kinderschuhen.

 

Ich hoffe, wir erfahren mal, wie die Entwicklung in diesem Land weiter geht.

Man weiß gar nicht, was man diesem Land wünschen soll.

 

 

 

 

Kathmandu

 

Wir hatten nach der Anreise einen Tag, vor der Heimreise 2 Tage und zwischen Trekking und Bhutan einen halben Tag in Kathmandu zur Verfügung.

 

Am 1. Tag führte uns ein Guide von Tempel zu Tempel und von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Gegen 17 Uhr waren wir zu nichts mehr aufnahmefähig und trotteten nur noch still leidend vor uns hin.

 


 

Die restliche Zeit in Kathmandu konnten wir zum Glück selber gestalten und haben es richtig genossen. Diese Stadt hat soviel wunderbare Bauwerke, dass man das unmöglich an einem Tag schaffen kann.

 

 


 

Ansonsten ist die Stadt schon im Frühling sehr heiß, laut, staubig, voller Smog und Dreck, so dass viele Einheimische mit Mundschutz herumlaufen. Wir hoffen, dass sich unsere Lungen in Deutschland wieder erholen.

 

Aber diese Stadt ist auch voller Leben und unheimlich quirlig und wuselig und hat uns sehr an Indien erinnert. Allerdings ist es hier noch um einiges sauberer. Wer allerdings das erste Mal nach Asien und nach Kathmandu kommt, erleidet unweigerlich einen Kulturschock.


 

An unserem letzten Tag in Kathmandu buchten wir am frühen Morgen einen Flug mit Buddha-Air ins Everest-Gebiet. Leider war dieser Flug eine ziemliche Enttäuschung, denn der Everest war nur aus großer Entfernung zu sehen und die Scheiben im Flugzeug waren vereist. Na ja, aber wir haben „ihn“ gesehen!

 


Mt. Everest (Bildmitte ganz hinten mit der Schneefahne)