Umrundung des Kailash (Kora)
vom 27.08. bis 29.08.2010

   
Karten und GPS-Daten:
27.08.2010 - Fahrt vom Manasarovar-See über Darchen nach Darpoche
27.08.2010 - 1.Etappe Kora: Von Darpoche nach Drira Gompa
28.08.2010 - 2.Etappe Kora: Zum Drölma La und in das Lam Chu-Tal
29.08.2010 - 3.Etappe Kora: Vom Lam Chu-Tal nach Drangser Drangmar
29.08.2010 - Fahrt von Drangser Drangmar zum Manasarovar-See
 
 
   
Der Tag beginnt wieder mit dicken Wolken.
Es gibt also wieder keinen Sonnenaufgang fürs Foto.
Die Küchenmannschaft packt wie immer
mit geübten Handgriffen fix alle Utensilien zusammen.
   
   
Wir werden mit den Jeeps nach Darchen gefahren, einem häßlichen Dorf am Fuße des Kailash.
Der chinesische Einfluß ist überall sichtbar und hat dem Ort nicht zu besserem Aussehen verholfen.
   
   
In einem kleinen Laden stöbern Hannes und Dieter nach einem tibetischen Messer als Souvenir,
können sich aber nicht zu einem Kauf entschließen.
 
Die Wolken werden zunehmend lichter.
   
   
Hier erkennen wir den Gurla Mandhata -
7.700 m hoch.
Und da ist endlich auch "unser" Berg zu sehen!
Der Kailash ist 6.714 m hoch.
   
Wir fahren noch ein kleines Stück zum Ausgangspunkt unserer Umrundung und können es kaum fassen:
Wir sind hier - am Fuße des Kailash (auch Schneejuwel genannt) - endlich!
Der Berg belohnt uns mit immer weniger Wolken und zeigt sich in voller Pracht.
Wir sind happy!
Das haben wir uns wohl verdient?
 
   
   
Wir stehen da und staunen.  
   
 

Schnell noch ein Foto vom heiligen Platz,
wo jedes Jahr im Frühjahr beim Saga-Dawa-Fest der Gebetsbaum errichtet wird,

dann gehen wir endlich los.

   
   
Wir folgen wieder dem Karnali-Fluß, einem der längsten Nebenflüsse des Ganges.
   
   
Wir treffen Einheimische, die ebenfalls die Kora laufen und grüßen alle mit einem freundlichen "Tashi delek". Korpulente Inder lassen sich mit
Pferden oder Eseln transportieren.
   
Einmal kommt uns sogar ein Motorrad entgegen.
   
   
Die Wege sind leicht zu gehen und nur selten gibt es kleine Steigungen.
   
 
Trotzdem müssen wir öfter Trink- und Ruhepausen einlegen,
denn die Luft hier oben in ca. 4.600 m Höhe ist sehr dünn und das Atmen fällt schwer.
 
   
   
Am frühen Nachmittag erreichen wir die Westflanke des Kailash.
Große Felsbrocken scheinen wie Wächter vor dem Heiligen Berg zu stehen.
   
 
Wir erreichen eine Teestube,
d.h. eigentlich ist es eher ein Teezelt.
Davor liegt Jackdung in der Sonne zum Trocknen,
der dann zum Heizen genutzt wird.
 
 
Das Zelt ist eine schmuddelige Angelegenheit. Die Kinder sind von Ingrids mitgebrachten Luftballons begeistert.
 
   
Wir gehen weiter durch das breite Karnali-Tal
unter einem leicht bewölkten Himmel.
Wir finden immer wieder Manisteine
und Steinpyramiden.
   
   
Ganz allmählich schiebt sich die Nordseite ins Bild. Wir sind jetzt fast 5.000 m.ü.M.
   
   
Und das ist sie nun - die Nordseite des Heiligen Berges Kailash.
   
   
Ein paar Fotos sind jetzt Pflicht.
   
   
Wir erreichen das Zeltlager am späten Nachmittag. Noch ein Gruppenfoto mit den Guides.
   
 
Wir beten ihn an - unseren Berg und versuchen mit Hilfe von Rosi ein paar Niederwerfungen -
ein starkes spirituelles Erlebnis.
 
   
Mit den letzten Sonnenstrahlen verabschieden wir uns für heute vom Kailash.
   
   
Im Gemeinschaftszelt gibt es heute keinen Tisch - wir halten unsere Blechteller auf den Knien.
Alle Küchenutensilien, die Zelte und unsere Seesäcke werden seit heute auf Yaks transportiert
und die Tische sind einfach zu sperrig für das schwierige Gelände, das uns morgen erwartet.
   
Mit den ersten Sonnenstrahlen begrüßt er uns wieder - der Kailash - vor wolkenlosem Himmel.
   
   
Es ist bitterkalt und die Zeltplanen sind von außen gefroren.
   
   
Wir wurden 5 Uhr geweckt und allen geht es einigermaßen gut. Burgi hatte gestern ein bißchen mit Übelkeit zu kämpfen und etwas Kopfweh ist in 5.045 m Höhe auch normal. Dieter hat sogar besser geschlafen als sonst.
Wir sind also alle fit und bereit, die schwerste Etappe unserer Tour in Angriff zu nehmen.
   
   
Wir starten im Morgengrauen - es ist 6 Uhr.
   
   
Wir begegnen seltsamen Lichterscheinungen.
Ist das vielleicht ein Nordlicht?
Immer wieder müssen wir Pausen einlegen.
Das Gehen fällt verdammt schwer.
   
   
Wir gehen langsam weiter.
Die Landschaft ist traumhaft.
Der Kailash winkt uns noch einmal zu,
denn am Paß können wir ihn dann nicht mehr sehen.
   
   
Nach einer weiteren Steigung erreichen wir
die "Pforte des Todes".
Man läßt als symbolische Geste einen persönlichen Gegenstand zurück - meist Kleidungsstücke.
   
   
Die Fläche gleicht einem einzigen Lumpenhaufen. Moni läßt ein T-Shirt und eine Haarlocke hier.
   
   
Nach einer Cola-Pause geht es weiter bergauf. "Unsere" Yaks sind auch auf dem Weg.
   
   
Da hinauf müssen wir noch. Der Weg ist steinig.
   
   
Wir brauchen noch eine Pause. Wir müssen an diesem großen Findling vorbei.
Pilger haben hier in Butter getauchtes Geld angeklebt.
   
Auch einige Niederwerfungen können wir beobachten.
   
   
   
 Dieser Pilger umrundet den Kailash durch fortwährende Niederwerfungen und kämpft sich so
Meter für Meter vorwärts. Er benötigt für den ca. 50 km langen Weg etwa 2 Wochen.
   
   
Nur noch wenige Meter ... 11 Uhr: Wir erreichen den Dölma La in 5.660 m Höhe ...
   
Im buddhistischen Glauben hat man mit dem Durchschreiten der Pforte des Todes seine bisherige Existenz verlassen. Beim Erreichen des Passes ist jedem die Wiedergeburt in einer höheren Existenzform sicher.

Was das wohl für uns bedeutet?
   
   
Wir sind sooo erschöpft ... Einige weinen ...
   
   
Leider sieht der Paß aus wie eine riesige Müllhalde. Schade!
Das Umweltbewußtsein der Tibeter bzw. der Chinesen läßt noch schwer zu wünschen übrig.

Einige haben buddhistische Gebetsfahnen mitgebracht (auch wir), die wir zwischen den Steinen befestigen.
Diese Fahnen symbolisieren die 5 Elemente Wasser, Luft, Erde, Feuer und Raum.
Auf ihnen sind Gebete für Glück und Frieden gedruckt, die der Wind in den Himmel und um die Welt tragen soll.

Nach einer Erholungspause nehmen wir den Abstieg in Angriff.
   
   
Der Weg ist steinig und oft auch sehr steil - vorbei an den "Schwimmbecken der Himmelswandlerinnen".
   
   
Wir teilen den Weg mit tibetischen Pilgern,
die viel flinker und schneller laufen als wir.
Gegen 12.30 Uhr ist Mittagspause angesagt.
Moni stehen deutlich die Anstrengungen im Gesicht.
   
   
Nach einer weiteren Stunde Abstieg erreichen wir das Zhong-Chu-Tal.
   
   
Endlich - unser Zeltplatz kommt in Sicht. Wir können nichts mehr tun - nur noch ausruhen.
   
Noch vor 20 Uhr kriechen wir in unsere Zelte und schlafen wie die Murmeltiere - fast 10 Stunden lang.
Dabei sind wir immer noch 5.100 m hoch.
   
Der nächste Morgen beginnt wolkig.

Um 6 Uhr bekommen wir unseren Morgentee,
danach eine kleine Schüssel warmes Waschwasser
und dann Frühstück.

Jeden Morgen gibt es Chapati und Ei-Omelette
und Müsli und Porridge im Wechsel.

Ich kann es nicht mehr sehen und riechen!
   
   
Kurz vor 8 Uhr starten wir zum Kora-Tag 3.

Uns fehlt der Kailash.
Die Sicht auf "unseren" Berg ist auf dieser Etappe komplett mit anderen Steinriesen "verbaut".
Erst in Darchen werden wir ihn wiedersehen.
   
   
Die Umweltverschmutzung ist deprimierend. Die Luft ist immer noch knapp und
wir machen viele Pausen.
   
   
Manisteine mit Gebetsfahnen Steinmännchen im Zhong-Chu-Tal
   
   
Wir schauen kurz in das Kloster Zutrul Phuk (Höhle der Wunder).
Nach einer Legende wurde hier durch Milarepa's magische Kräfte entschieden,
daß er der Herr des Kailash ist.
Sein Kontrahent Naro Bönchung stürzte mit seiner Bön-Trommel vom Gipfel und
hinterließ die markante Scharte an der Südseite.
   
   
Wir dürfen fotografieren und spenden etwas Geld für Butterlampen, die wir anzünden und hier abstellen.
Ein Mönch schenkt uns etwas Weihwasser in die hohle Hand, das wir trinken und den Rest
auf unseren Kopf streichen sollen. Das bringt Glück für unseren Weg.
   
   
So gut beschützt schaffen wir die letzten Kilometer leicht und beschwingt.
Wir sind aber auch schon 500 Höhenmeter tiefer.
   
   
Eine Pause muß noch sein. Moni hat immer noch Äpfel in ihrem Rucksack.
   
   
   
Das Tal weitet sich und der Fluß wird breiter. Blick zurück
   
   
Hier können wir unsere Jeeps schon sehen. Die letzten Meter.
   
   
Jetzt ist aber noch mal ein Gruppenfoto fällig. Wer hat nur das ganze Bier getrunken?
   
Wir fahren zurück nach Darchen und Hannes kauft endlich einen echten tibetischen gebrauchten Dolch.
Danach geht es weiter zum Manasarovar-See - diesmal an die Ostseite.
Wir wollen endlich im heiligen See schwimmen gehen.
   
   
Letzte Blicke zum Kailash
   
   
Der Zeltplatz, den wir am See vorfinden, ist eine häßliche Zeltstadt mit Geschäften und Teestuben. Aus dem Bad im See wird dann leider doch nichts.
Das Ufer ist total verdreckt mit Seetang und Modder.
   
   
unser Toilettenzelt
vor wunderschöner Bergkulisse
Heute gibt es wieder Klapptische und nach 3 Tagen
ein erstes Bier für Hans, Dieter und Hannes.
   
 

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