Der Inselnorden

   
An unserem letzten Urlaubstag wollten wir eine Rundfahrt zu den Highlights der nördlichen Inselhälfte unternehmen.
Wir starten auf der gut ausgebauten GC-200 aus dem Barranco (dt. trockener Flußlauf) de Mogan.
Erstes Ziel sind die Azulejos (dt. Kacheln). Das sind Farbschichten in den Felsen, die von Eisenverbindungen und verschiedenen Gesteinzusammensetzungen stammen.
   
   
Schon von Weitem sehen wir sie leuchten. Die helle Schicht ist Bimsstein, die rötliche stammt von Eisenoxid, die grünliche von Eisenhydrid.
   
   
Wir fahren weiter in Richtung Norden
an La Aldea de San Nicolas vorbei.
Hier reiht sich kilometerlang Gewächshaus an Gewächshaus. Wir glauben, daß hier Tomaten angebaut werden.
   
   
Gran Canaria ist für Europa der größte Tomatenproduzent. Wir erreichen den Aussichtspunkt "Balkon".
   
Dieser "Balkon" macht in der Tat seinem
Namen alle Ehre.
Die Ausblicke sind atemberaubend.
   
   
   
Wir fahren weiter an der Nordwestküste entlang, an  Agaete vorbei und danach Richtung Osten auf der GC-2.
   
Nächster Stopp ist der Höhlenkomplex von Valeron.
Die Bezeichnung Cenobio (dt. Kloster) ist etwas
irreführend, denn noch streiten sich die Gelehrten,
ob diese Höhlen von den Altkanarier als Getreide-
speicher oder als Wohnstätte und Kloster
genutzt worden sind.

Es ist heute eine riesige Ausgrabungsstätte.
   
   
Wir steigen viele Stufen - hoch über dem Barranco de Valeron - zu den Höhlen hinauf.
   
   
Man spricht auch von einem Höhlenpalast,
da der Komplex aus fast 300 Höhlen besteht.
Auf Texttafeln erfährt man etwas
über Hintergründe und bisherige Erkenntnisse.
   
   
Die kleinen Kammern sind mit ziemlicher Sicherheit
Getreidespeicher gewesen.
In den größeren Höhlen könnten die
"Bewacher" der Speicher gewohnt haben.
   





Wir sind
etwas
enttäuscht,
denn die
eigentlichen
Höhlen
sind
nicht
zugänglich.
   
   
Wir steigen die Treppen wieder abwärts und bekommen noch eine Echsen-Fütterung zu sehen.
   
   
Auf der Weiterfahrt in Richtung Osten fällt uns ein merkwürdiger Berg auf.
Es ist der Pico de Galdar und nur 434 m hoch.
Er wird etwas abschätzig Taschen-Teide genannt, nach seinem großen Bruder dem Teide auf Teneriffa.
   
   
Wir biegen ab von der Küsten-Autobahn GC-2. Unser nächstes Ziel ist die kleine Stadt Teror.
   




Wir stellen unser Auto
in einer Neben-
straße ab und
schauen kurz in den
angrenzenden
Klostergarten.
Die Pflanzenvielfalt
ist überwältigend.
   
   
Wir beginnen unseren Rundgang durch die Stadt
   
   
am Rathaus, entdecken eine moderne Oper
   
   
und die berühmte Basilica de Nuestra Senora del Pino (dt. Unsere liebe Frau von der Kiefer).
   



Die Madonna ist jährlich am 8. September
Ziel vieler Pilgerer und ein Wallfahrtsort,
denn sie ist 1481 genau an diesem Tag
Hirten oder einem Bischof
(darüber gibt es keine dokumentierten Beweise)
im Geäst einer Kiefer erschienen.






So etwa...
Auf diesem Bild hat man offensichtlich versucht,
beiden Behauptungen gerecht zu werden.

Die "Virgen del Pino" wird auch als Ort der Wunder
verstanden, denn bei einem Brand im Jahre 1718
ist die Figur unversehrt geblieben.
 
   
Danach haben wir uns einen Kaffee bzw. einen Café cortado verdient.
So ein ähnliches Bild hatten wir 2009 schon mal auf La Gomera ;-).
   
   
Wir besuchen den Plaza Teresa de Bolivar. Simon Bolivar der südamerikanische Unabhängigkeitskämpfer
fand hier seine große Liebe - Teresa aus Teror - und heiratete sie. Leider starb sie sehr früh - mit 21 Jahren.
   
   
Wir bummeln weiter durch die Stadt und bewundern die Vielfalt der typisch kanarischen Holzbalkone.
   
   
 
   
   
Danach steigen wir viele Stufen hoch in die Oberstadt.
Dort befindet sich die Marienquelle, die aber leider wegen Bauarbeiten geschlossen ist.
   
   
Letzte Station an diesem Tag war der Gipfel des Bandama. Von dieser Aussichtsplattform aus
   
schaut man direkt in die Caldera Bandama,
die durch eine Explosion entstanden ist.

Es gibt einen Wanderweg auf dem Kraterrand,
auf dem man die Caldera umrunden kann.

Im Inneren des Kessels gibt es ein einziges Haus,
in dem noch ein Mann leben soll.
Lustigerweise trägt das Haus die Haus-Nr. 42.
(Wo sind die anderen 41 Häuser?)

Leider haben wir keine Zeit mehr,
um dieses Naturphänomen näher zu erkunden.
Es ist fast 17 Uhr und wir haben noch
fast 100 km bis nach Puerto Mogan zu fahren.
   
Wir fahren über Telde auf die Autobahn GC-1 und auf der Südroute zurück zum Hotel.
 

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